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Die kleine Inselgruppe um die Hauptinsel Lipari, auch Äolische Inseln genannt, ist ein Segelrevier, das es mit allen sonstigen Winkeln des Mittelmeers spielend aufnehmen kann. Landschaftliche Schönheit, mediterranes Klima und die gemächliche Lebensart auf den nur wenige Quadratkilometer messenden Inseln bilden zusammen ein Revier, das regelrecht danach verlangt, mit einem Boot erkundet zu werden. Als Zugabe gibt es aktiven Vulkanismus, desse heiße Dämpfe man hautnah erspüren kann. Stromboli, ein aktiver und steil aus dem Meer aufstrebender Inselvulkan, ist allein schon eine Reise wert. Aber auch Vulkano mit seinem kräftig dampfenden Krater stellt eine Besonderheit dar, die man gesehen haben muss. Egal also, wo man mit dem Törn beginnt - hier liegt man mit jeder Insel richtig.
Obwohl das Archipel nicht mit Sehenswürdigkeiten geizt, hat es sich seine Abgeschiedenheit bis heute bewahrt. Das liegt vor allem daran, dass die Inseln nicht wie die Balearen im Handstrich zu erobern sind. Der nächstgelegene Flughafen Catania liegt fernab im Süden, die sich anschließende Fahrtstrecke bis zur Hafenstadt Milazzo an der Nordküste Siziliens beträgt noch einmal rund 130 km. Wer die Inseln nach dem Flug erreichen will, darf also noch eine kleine Reise dranhängen und bis man endlich Inselboden betritt, ist man noch mindestens zweimal umgestiegen.
Doch die Mühe lohnt sich, zumal das letzte Stück auch mit einer Yacht zurückgelegt werden kann. Und das ist für Segler, die sich für das Archipel entschieden haben, sowieso der Idealfall. Dabei ist das Gebiet für Anfänger wie Segelprofis gleichermaßen geeignet. Die Inseln liegen so nah beieinander, dass man bei seinen Tagesetappen praktisch ohne Navigation auskommt. Jedes neue Tagesziel läßt sich "auf Sicht" ansteuern - die 600 bis 900 Meter hohen Inselvulkane sind einfach unübersehbar. Das erleichtert die Orientierung im Revier von Anfang an. Andererseits gibt es hier aber, je nach Jahreszeit, auch heftige Winde. Da die Inseln insgesamt nur wenige schützende Häfen bieten, sind also Erfahrung, Seemannschaft und Segelfertigkeiten gleichermaßen erforderlich.
Karte der Liparischen Inseln
Wie sie so hingestreut sind aufs Tyrrhenische Meer, zwischen den italienischen Stiefel und Sizilien im Süden, laden die Inseln zu Entdeckungs- und Erkundungsfahrten geradezu ein. Alle sind vulkanischen Ursprungs und genau genommen sind es nur die Spitzen sieben mächtiger Vulkane, deren Gipfel knapp aus dem Wasser ragen und deren steile Flanken sich unter der Meeresoberfläche bis in eine Tiefe von 3500 Metern fortsetzen. Steilküsten mit zahlreichen Buchten und vorgelagerte Inseln dominieren daher das Landschaftsbild. Das Umsegeln der Inseln bietet einmalige Ausblicke: gebirgig und von mittelländischer Vegetation überwuchert, sind die Küsten überwiegend wild zerklüftet und von zahlreichen senkrechten Schluchten durchschnitten.
Die Isole Eolie, wie sie in Italien genannt werden, blicken zurück auf eine äußerst wechselhafte Geschichte mit wirtschaftlichen Blütezeiten, verheerenden Vulkanausbrüchen und militärischen Invasionen. Besonders Seeräuber suchten das Archipel über viele Jahrhunderte hinweg immer wieder heim und machten auf den nur dünn besiedelten Inseln leichte Beute. Das dramatischste Ereignis dabei war wohl der Raubzug des türkischen Korsaren Khair-ad Din, der 1544 die Inseln überfiel und 10.000 Einwohner in die Sklaverei verkaufte. Ein Riesengeschäft, das die Inseln allerdings weitgehend entvölkerte. Doch in den nachfolgenden Jahrhunderten wurden die Zeiten sicherer, die Eilande wieder neu besiedelt und die Insulaner gingen dem Weinanbau und der Fischerei nach. Heute leben auf dem Archipel wieder rund 13.000 Menschen.
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Die größte und bevölkerungsreichste Insel des Archipels ist mit 37 km² Lipari. Hier leben gut 10.000 Menschen, die Hälfte davon in Lipari-Stadt. Die Insel liegt geografisch genau in der Mitte der Inselgruppe, ist Verwaltungssitz und gleichzeitig touristisches Zentrum. Der Fremdenverkehr ist heute der bedeutendste Wirtschaftsfaktor Liparis und vor allem im Sommer stürmen vorzugsweise italienische Touristen die Insel. Dann verdoppelt sich leicht die Einwohnerzahl von Lipari-Stadt und die Quartiere werden knapp. Wegen des sehr heißen Klimas sind diese Monate für einen Besuch aber nur bedingt zu empfehlen – andere Jahreszeiten dafür um so mehr.
Lipari-Stadt hat gleich mehrere Häfen, wo Fähren und Yachten einlaufen können. Den inneren Stadthafen Marina Corta, direkt am zentralen Platz der Stadt, verteidigen immer noch die Fischer mit ihren Booten. Doch Marina Lunga und Marina di Porto Salvo in der weiten Bucht nördlich der alten Festung bietet auch allen sonstigen Booten einen Platz. In der Stadtmitte, unmittelbar am Meer, befindet sich der Burgberg mit historischem Kastell. Man kann einmal drüberspazieren, aber erwarten sollte man nichts. In der Stadt hingegen bekommt man alles, was man für seinen Urlaub braucht: Angel-, Tauch-, und Segelausrüstung, touristische Informationen, die Möglichkeit zu Ausflügen in jede Richtung und natürlich Quartier. In der Ortsmitte dazu eine sehr schöne Shoppingmeile mit zahllosen Geschäften und Restaurants.
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